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Meditation – vom ICE zum Bummelzug

Apr 11, 2016 at 4:51 PM PST

In gedankenloser Stille bewusst entspannen. Sich selbst entdecken. Stille hören und fühlen. Sich mit dem verbinden, was wir wahrhaft sind: Bewusstsein, Liebe, Weite, Unendlichkeit… All das ist für mich Meditation.

Als ich vor einigen Jahren damit begann zu meditieren, hatte ich keine Ahnung, was ich da tat oder worum es beim Meditieren geht. Ich war nach Jahren stressiger Arbeit einerseits und Seminaren und Fortbildungen andererseits so ausgepowert und leer, dass ich einfach das innere Bedürfnis hatte, zur Ruhe zu kommen. Meditation schien mir da der richtige Weg.

Doch, wie gesagt, wusste ich nicht, wo, wie, was. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich vielleicht mal ein Buch des Dalai Lama in Händen gehabt und von Meditation einzig die Vorstellung von buddhistischen Mönchen, die stundenlang still dasitzen. Justament bekam ich dann natürlich auch genau solche Bücher in die Hand. Na ja.

All das fällt in eine Zeit, da ich meinen damaligen Job kündigte und also auch im Außen eine Phase der Stille einkehrte. Es war Winter, der Schnee tat das Seine, um alles noch etwas leiser werden zu lassen. Und ich, ich setzte mich einfach hin und schloss die Augen. Doch von wegen Stille: bawusch…., schon überrollten sie mich, die unzähligen Gedanken, derer ich mir im Tagesgeschehen nur ansatzweise bewusst war. Wie laut doch die Stille sein kann! Hier überfuhr sie mich mit voller Wucht. Schon zwei Minuten „stillsitzen“ kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Ob ich das täglich praktiziert habe, weiß ich heute gar nicht mehr. Ich denke aber nicht. O.k., eine Erfahrung mehr.

Zur Ruhe zu kommen, braucht Zeit. Bild: Art of Living

Zur Ruhe zu kommen, braucht Zeit. Bild: Art of Living

Aber da war doch noch was…?! Irgendwo hatte ich doch mal was von Gehmeditation bei Mönchen gehört. „Toll, das probier ich aus!“, so mein Gedanke. Gesagt, getan, fing ich an, Kreise in meiner Wohnung zu ziehen, ohne zu wissen, was ich mir davon eigentlich versprach. Völlig naiv, wie ein Kleinkind. Während ich dies schreibe, kann ich mir ein großes Grinsen nicht verkneifen. Damals jedoch war mir das bitterernst, nur wirklich gebracht hat es nichts. Gut, noch eine Erfahrung mehr.

Es sollte noch fast anderthalb Jahre dauern, bis mich meine damalige Psychotherapeutin zu einem Art of Living Kurs mitnahm (Die Kunst des Atmens, das heutige Happiness Programm). Dort kam ich das erste Mal mit Meditation und der Vorstellung in Berührung, dass Meditation ein Geschenk ist, das seine volle Wirkung erst dann entfaltet, wenn man sie von einem spirituellen Lehrer, in dem Fall Sri Sri Ravi Shankar, lernt. Eigentlich logisch, denn in der Schule lernen wir auch mehr und besser, wenn jemand uns den Weg zeigt, der weiß, wovon er spricht.

Damals war ich noch so in meine Gedankenwelt verstrickt und so am bitteren Ende einer lang währenden Depression, dass ich gar nicht wirklich gemerkt habe, was passierte. Das war auch gut so, denn das Konzept eines spirituellen Lehrers hätte ich sonst wahrscheinlich gar nicht annehmen können bzw. ich hätte den Kurs wohl nicht besucht.

Ich nahm also an dem Kurs teil, lernte die Sudarshan Kriya, machte und mache bis heute die im Kurs vermittelten Übungen (nach dem Kurs waren zugegebenermaßen ein paar Monate Leerlauf dabei). Und: Die Übungen taten (und tun) mir gut. Weiter dachte ich auch nicht drüber nach. Das ist jetzt ziemlich genau fünf Jahre her.

Meditation lehrt uns die Schönheit des Seins.

Meditation lehrt uns die Schönheit des Seins.

Im Laufe der Zeit lernte ich auch, dass Meditation keineswegs heißen muss, mit bitterernster Miene dazusitzen, steif wie ein Stock, und sich stundenlang nicht mehr zu rühren. Im Gegenteil: Ein Lächeln ist durchaus drin, das entspannt die Gesichtsmuskeln. Ist die Entspannung tief und man lässt im wahrsten Sinne des Wortes los, dann kann es auch sein, dass der Körper irgendwann von der Ursprungshaltung abweicht. Auch das ist o.k. Auch muss eine Meditation nicht über Stunden gehen, um tief zu sein. Wie Sri Sri selbst sagt, können schon ein paar Minuten ausreichen, um tiefste Entspannung zu erfahren.

Je mehr Zeit vergeht, umso mehr weiß ich zu schätzen, was ich von Art of Living bzw. Sri Sri gelernt habe und lerne. Dimensionen entfalten sich erst mit der Zeit. Heute meditiere ich, beobachte meine Gedanken dabei – denn die kommen nach wie vor, nicht immer, aber öfter mal – und kann still in mich versunken sein, ohne dabei die Zeit zu fühlen.

Die Stille ist heute längst nicht mehr laut, das Gedankenkarussell dreht sich langsamer und allein die Tatsache, bisweilen zur Beobachterin meiner Gedanken zu werden, ist ein solches Geschenk: Denn das heißt auch, nicht mehr die Gedanken haben mich im Griff, sondern ICH beobachte SIE, und im Moment des Beobachtens verschwinden sie auch schon. Das ist so, wie wenn ein ICE mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h plötzlich auf Bummelzugniveau abbremst. Verwehrt uns ersterer im Vorbeirauschen die Sicht auf das, was ist, so können wir uns im letzteren Fall sogar Zeit lassen bei der Entzifferung der Werbereklame, die er zur Schau trägt. Will heißen: Überrollen uns in einem Fall die Gedanken noch, tröpfeln sie im nächsten Moment nur noch so dahin und belasten unser System nicht mehr. Sie werden leicht verdaulich. Der Schleier wird gelüftet, und wir erkennen die Schönheit unseres Seins.

Das ist jetzt natürlich extrem verkürzt. Alles braucht seine Zeit, jeder hat seine Zeit. Und Meditation bzw. das, was sie bewirkt und bewirken kann, hört nie auf. Sprich mit jedem Meditieren lernen wir uns peu à peu besser kennen, erfahren wir unsere Tiefe, eine Tiefe, die keinen Grund hat. Eine Tiefe, die uns lehrt, wie schön wir sind, wie weit und wie unendlich.

Erst vor kurzem hatte ich das Glück, im Art of Living Ashram in Bangalore den Sahaj Samadhi Meditationskurs zu machen. Das ist eine Form der Mantra-Meditation, die es erlaubt, noch leichter tief in sich zu gehen. Nun sind es im Grunde erst ein paar Tage, da ich diese Meditation praktiziere, doch erlebe ich schon jetzt, welch großen Sprung ich beim Meditieren nochmals gemacht habe. Wie einfach und doch tief diese Meditation ist! Vielen Dank dafür an meine damalige Therapeutin (!), das Leben, an Art of Living und an Sri Sri, der mich jeden Tag mehr lehrt, wie kostbar es ist, einen spirituellen Lehrer an seiner Seite zu haben!

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Dr. Stephanie Egger

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