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Sich selbst erkennen und Verantwortung übernehmen

Sep 14, 2016 at 7:21 AM PDT
Der spirituelle Weg zeigt: Wir sind alle eins.

Der spirituelle Weg zeigt: Wir sind alle eins.

(…) der physische Körper, der von Erinnerungen und latenten Strömungen aufrechterhalten wird, wird als unwirklich erkannt, sobald (auch) jene als unwirklich erkannt werden. (Yoga Vasishtha, 18. Februar)

Erstaunlich, aber wenn wir genau darüber nachdenken, ist es doch so: Unser ganzes Leben ist nichts anderes, als eine Ansammlung von Erinnerungen, von Erfahrungen der Vergangenheit. Unsere Existenz als Luftblase, die platzt, sobald wir sie berühren. Denn sehen wir genauer hin, dann erkennen wir, dass wir aus diesen Erfahrungen längst herausgewachsen sind, sie sind nicht mehr Teil des Hier und Jetzt. Im Jetzt sind wir immer neu, immer auf Start, haben also immer die Möglichkeit, unser Leben in die Hand zu nehmen und was komplett Neues daraus zu machen.

Das heißt für mich nicht, dass wir unsere Identität nicht brauchen. Denn um uns in der Gesellschaft verorten zu können und eine Kommunikationsbasis zu haben, ist eine Identität wichtig, und diese speist sich nun mal aus Erfahrungen. Und doch können wir diese Identität leben, ohne ihr übergroße Bedeutung beizumessen. Es ist ein Balanceakt, diese Identität so zu leben und sein Ich gleichzeitig soweit zu „vergessen“, dass wir nicht an unserem sozialen Prestige oder Lorbeeren bzw. vermeintlichen Fehlschlägen hängenbleiben.

Unsere Identität ist also das Ergebnis vergangener Erlebnisse und Erfahrungen. Schauen wir jedoch genauer hin, dann finden wir da nichts, denn es gibt nichts. All die Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse sind vorbei, es gibt sie im Jetzt nicht mehr, das Jetzt ist immer neu. Und nur im Jetzt leben wir tatsächlich. Ganz bewusst erleben wir das zum Beispiel, wenn wir tief berührt sind von einem Sonnenuntergang, oder uns ein Gedicht zu Herzen geht. Dann sind wir nur im Jetzt, dann hat unser Denkapparat Pause, wir sind Gefühl pur.

Warum also hängen wir fest an Erinnerungen, an der Vergangenheit, an einer Identität, die die Weite unseres Seins beschränkt? Wir wollen die Kontrolle behalten, uns (unbewusst) von der „Tatsache“ überzeugen, dass jede/r einzelne von uns der Meister/die Meisterin unseres selbst erschaffenen Universums ist. Gleichzeitig haben wir womöglich Bammel davor, in die Tiefe unserer selbst zu blicken, da wir die Weite und Unendlichkeit, unsere eigene Größe nicht fassen können.

Quantenphysik und Spiritualität: „Wir sind alle eins“

Alles, was wir tun, beeinflusst unser Umfeld.

Alles, was wir tun, beeinflusst unser Umfeld.

Das Konzept der Identität spaltet die Gesamtheit, die Gesamtheit, die wir alle sind, da wir alle aus einer Quelle entspringen. Mag man diese Quelle nun Quantenuniversum, Bewusstsein, Gott, Liebe, Brahman oder wie auch immer nennen. Mit dem menschlichen Gehirn können wir nicht über die Grenzen von Gedanken und Konzepten hinausgehen. Eine endliche Hardware aus Fleisch und Blut (unser Hirn) kann eine auf die Ewigkeit ausgelegte Software nicht lesen, ohne dabei im wahrsten Sinne des Wortes den Geist aufzugeben. Tatsächlich sind wir aber genau diese „ewig währende Software“, die wir dann lesen lernen, wenn wir tief in uns eintauchen und unsere eigene Stille, unsere Quelle, unser Selbst kennenlernen. Das geschieht mithilfe spiritueller Übungen, allen voran der Meditation. Die tägliche Praxis ist hier sehr wichtig. Mittels dieser Übungen schärfen wir unsere Bewusstheit, wir werden zum Beobachter unseres Handelns und Tuns und haben irgendwann gar keine Zeit mehr, ständig über die Vergangenheit nachzudenken.

Unser Sein im Hier und Jetzt wird zu unserem Mittelpunkt. Wir erkennen wahrhaft, dass alles, was wir tun und sind, eine Auswirkung auf die Gesamtheit hat. Das muss so sein, wenn alles mit allem zusammenhängt. In wissenschaftlicher Hinsicht ist die Quantenphysik hier die Vorreiterin, die im Rahmen von Forschungsreihen herausgefunden hat, welchen Einfluss allein unsere Beobachtung auf das Ergebnis eines Versuchs hat (Stichwort „Doppelspalteffekt“).

Im Grunde greift die Quantenphysik das auf, was Rishis (Seher im alten Indien) schon vor tausenden von Jahren in ihren Meditationen wahrgenommen und im Rahmen, beispielsweise der Veden (heilige Schriften des Hinduismus), weitergegeben haben. Die Spiritualität ist auch genau das, was die Unendlichkeit des Seins, unsere eigene Unendlichkeit greifbar macht. Denn gerade die Meditation, die unseren Geist und damit auch unsere Gedanken beruhigt, Stress abbaut und uns so im Alltag mehr Klarheit verschafft, führt uns dahin, unser tägliches Handeln in allen Nuancen mehr und mehr zu beobachten. Wir werden uns damit der enormen Verantwortung bewusst, die wir mit unserem Leben tragen, denn alles beeinflusst alles: Stichwort „Schmetterlingseffekt“, d. h. der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien beispielsweise mag einen Tornado in Texas auslösen.

Mit Meditation zu sich selbst finden

Ein spiritueller Lehrer hilft auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Ein spiritueller Lehrer hilft auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Die Meditation ist ein Weg, mit deren Hilfe wir an den Ursprung unseres Seins gelangen. Gleichzeitig ist es jedoch so, dass Meditation nicht willentlich herbeizuführen ist, sie passiert „einfach“. Tägliche spirituelle Übungen, genannt Sadhana, wie Yoga, Atemübungen, die Beschäftigung mit praktisch anwendbarem spirituellem Wissen und Meditation sind unerlässlich, begibt man sich auf die Suche nach sich selbst, einem Selbst jenseits von Identität und Ego.

Spirituelle Lehrer, wie Sri Sri Ravi Shankar, die Ihr Selbst verwirklicht haben, begleiten uns und leiten uns an auf dem spirituellen Weg. Sie beschleunigen unsere spirituelle Entwicklung auch, indem sie uns Wissen an die Hand geben, das leicht verdaulich und im Alltag leicht umsetzbar ist. Auch die Sudarshan Kriya beispielsweise, die auf Sri Sri Ravi Shankar zurückgeht und im Happiness Programm von Art of Living gelehrt wird, befreit unseren Geist von Stress und ermöglicht uns so eine klarere Sicht auf uns selbst. Das A und O ist und bleibt jedoch die tägliche Praxis.

Die spirituelle Praxis hilft, Verantwortung zu übernehmen

Diese tägliche Praxis, die für mich nun schon gut fünf Jahre andauert, hat mich gelehrt, dass ich allein es bin, die Verantwortung für ihr Leben trägt und damit auch für das, was dieses Leben ausmacht. Selbst die Menschen, die mich umgeben, liegen in meiner Verantwortung. Nicht nur, dass ich mich kümmere und Anteil an deren Leben nehme. Meine Ausstrahlung zieht die Menschen in mein Leben, die auf dem gleichen Energieniveau schwingen. Je ernsthafter ich die spirituelle Praxis nehme, umso mehr erhöhe ich auch meinen Energielevel und ziehe damit Positives an.

D. h. nicht, dass ich es vermag, immer im Jetzt zu leben und meine Erinnerungen und Erfahrungen auszublenden. Sie sind und bleiben Teil meines Lebens. Allerdings werde ich mir immer schneller bewusst, wenn ich der Vergangenheit anhänge oder zu sehr in der Erinnerung aufgehe. Mithilfe der spirituellen Übungen habe ich gelernt, schneller wieder ins Hier und Jetzt zu kommen und eben dort zu sein, wo ich gerade bin: in diesem einen Augenblick, der ewig währt.

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Dr. Stephanie Egger

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